[Rezension] Shades of Grey. Geheimes Verlangen - E. L. James

by - September 10, 2013

Infos.

Autor/in:  E. L. James
Preis: 12,99 €
Seiten: 604
Originaltitel: Fifty Shades of Grey

Klappentext.

Sie ist 21, Literaturstudentin und in der Liebe nicht allzu erfahren. Doch dann lernt Ana Steele den reichen und ebenso unverschämt selbstbewussten wie attraktiven Unternehmer Christian Grey bei einem Interview für ihre Uni-Zeitung kennen. Und möchte ihn eigentlich schnellstmöglich wieder vergessen, denn die Begegnung mit ihm hat sie zutiefst verwirrt. So sehr sie sich aber darum bemüht: Sie kommt von ihm nicht los. Denn Christian hat etwas in ihr berührt, das sich seitdem nicht mehr verdrängen lässt. Und als Christian einige Zeit später wieder vor ihr steht, kann sie nicht anders, als ihren Gefühlen nachzugeben und sich mit ihm in seiner Wohnung zu treffen. Von da an ist nichts mehr wie zuvor. Denn Christian führt Ana ein in eine dunkle, gefährliche Welt der Liebe – in eine Welt, vor der sie zurückschreckt und die sie doch mit unwiderstehlicher Kraft anzieht …



Meine Meinung.

Eigentlich hatte ich ja nie, nie, niemals vorgehabt dieses Buch zu lesen. Aber dann fand ich die Ein-Stern-Wertungen auf Amazon überaus amüsant und wollte mich selbst überzeugen, ob das Buch so mies ist - und ja, ist es!
Aber ich beginne mal mit der einzig positiven Sache die ich finden konnte: Dem Schreibstil. Der Schreibstil ist eigentlich wirklich okay und gut zu lesen, allerdings auch nicht sonderlich anspruchsvoll, aber das war ja auch nicht zu erwarten. Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Ana.
Als Gott so etwas wie Charakter verteilt hat, war sie wohl leider nicht anwesend...
Ana hat mich einfach nur genervt, sie ist schrecklich naiv und schüchtern und voller Selbstzweifel. In Wahrheit ist sie aber natürlich wunderschön und das sieht auch jeder außer ihr. Das Klischee ist also vollkommen erfüllt. Zudem wird sie dauernd rot, manchmal sogar zwei Mal innerhalb von acht Zeilen, das ist dann auch zu viel des guten. Und sie benutzt das Wort "köstlich" in allen möglich Zusammenhängen, immer und immer wieder. Etwas mehr dürfte man von einer Literaturstudentin schon erwarten, oder?
Ana wird es auch nicht müde alle paar Seiten zu erwähnen wie gut "Mr Grey" doch aussieht. Warum die beiden sich immer nur mit Nachnamen ansprechen ist mir ebenfalls sehr schleierhaft...
Christian Grey...die einzige Beschreibung die mir spontan für ihn einfallen würde wäre "Edward". Schon klar, ursprünglich war "Shades of Grey" eine Twilight Fanfiction, aber da es jetzt ein eigenständiges Buch ist, nervt es schon ein bisschen die gleichen Charaktere vorzufinden. Ana ist nämlich auch nicht sehr viel besser als Bella. Aber wieder zu Grey. Er ist etwas...äh...speziell trifft es wohl gut. Seine dominante Art nervt total und ich habe mich immer wieder gewundert, was Ana sich alles hat gefallen lassen - und wie sie sich dabei in ihn verlieben konnte?! Er ist einfach immer, zu jeder Tages oder Nachtzeit unglaublich arrogant und versucht alles zu bestimmen was geht. Der Vertrag den er ihr vorlegt hat mich ein bisschen schockiert, ehrlich gesagt. Sie darf nicht ihre eigene Kleidung tragen? Sie muss acht Stunden schlafen? Vier mal Sport die Woche? Drei Mahlzeiten am Tag und dazwischen nur Obst? Der Typ hat sie nicht mehr alle und ich finde es äußerst unlogisch wie Ana sich darauf einlassen konnte und nicht schreiend wegrennt, wie sie es eindeutig hätte tun sollen. Und dann wird dieser Vertrag bis zum Ende des Buches nicht einmal unterschrieben...
Schon öfter habe ich immer wieder Gründe gehört, warum Christian Grey so ist wie er ist, von wegen schwere Kindheit und so...bis jetzt innerhalb des ersten Bandes konnte ich keine wirklichen Gründe finden, wieso er so geworden ist, wie er eben ist. Er hat eine perfekte Familie, super Geschwister, tolle Eltern, ich sehe kein Problem. Gut, er wurde als Teenager selbst zum Sub, aber das war seine freie Entscheidung und er beharrt auch immer wieder drauf, dass ihm genau das geholfen hat. Geholfen wobei? So ein Mistkerl zu werden, der Frauen bestraft, wenn sie die Augen verdrehen?
Die Handlung ist auch nicht wirklich das Wahre, denn im Grunde wird die ganze Zeit nur gevögelt, Ana ist unsicher, es wird wieder gevögelt, irgend eine Kleinigkeit passiert, es werden Emails geschrieben, gevögelt, weiter E-Mails und so weiter. Und das ganze 600 Seiten lang...eine reine Qual, wenn man es denn ernst nehmen würde. Konnte ich nur nicht und so musste ich herzlich lachen, über postkoitale Haare, Augen wie flüssiges Silber und eine Stimme die klingt wie flüssige Schokolade. Anas Beschreibungen sind schon recht fragwürdig und wirklich zum Lachen, auch wenn sie sicher das Gegenteil erzeugen sollten.
Naja und leider muss ich zugeben, dass ich wohl den zweiten Band lesen muss, denn der Cliffhanger war wirklich fies und irgendwie ist es doch relativ kurzweiliger zu lesen und man hat auf jeden Fall etwas zu lachen ;D
Eine gute Sache gibt es an dem Buch allerdings noch, wenn man etwas länger darüber nachdenkt: Der Titel passt wie die Faust aufs Auge. "Shades of Grey" wäre übersetzt "Schattierungen von Grau" oder eben Christian Grey, wobei der englische Titel "Fifty Shades of Grey" noch besser passt, da Ana auch einmal erwähnt, dass Christian mindestens fünzig verschiedene Facetten hat. Und das englische Cover mit der Krawatte passt auch sehr viel besser, da diese Krawatte auch eine Rolle in der Geschichte spielt.

Tja, alles in allem wieder Erwarten nicht das schlimmste Buch das ich je gelesen habe. Der Schreibstil war okay, die Charaktere schlecht und die Handlung eigentlich nicht wirklich vorhanden, trotz der 600 Seiten. Dass das Ende zum Weiterlesen anregt gibt allerdings einen Pluspunkt. Ich hätte es echt nicht gedacht, aber irgendwie ist es auch nicht sonderlich zufriedenstellend, wenn Ana und ihr Mr Grey nicht zusammen sind...

You May Also Like

0 Kommentare