Samstag, 1. Juni 2013

[Rezension] Wer braucht schon Liebe? - Denise Deegan

Infos.

Autor/in: Denise Deegan
Preis: 7,99 €
Seiten: 384
Originaltitel: By the Way

Klappentext.

Die 16-jährige Alex hat es nicht leicht. Seit ihre Mutter gestorben ist, hat ihr Vater nur noch Arbeit im Kopf. Und engagiert massenweise Personal. Wie diese durchgeknallte Stylistin Marsha, die sich einbildet, sie müsste nett zu ihr sein. Als ob das helfen würde. Nein, für Alex ist ihr Vater auch gestorben. Sie vertraut niemandem mehr, sie liebt niemanden mehr und sie verlässt sich auf niemanden mehr. Auch nicht auf David McFadden, und wenn er noch so schöne blaue Augen hat. Denn wer nicht liebt, kann auch nicht verlieren …



Meine Meinung.

Als ich auf Amazon gesehen habe, dass es einen neuen cbt-Roman gibt, war klar, dass ich den unbedingt haben muss, auf jeden Fall.
Die Geschichte um Alex und Co hat mich auf den ersten Blick bei der Beschreibung nicht sonderlich interessiert hat, es schon haufenweise Geschichten dieser Art gibt, aber natürlich musste ich es trotzdem lesen und es war einfach nur toll, viel besser als ich erwartet hatte und ich würde fast sogar sagen, dass ich es zu meinen Lieblingsbüchern zählen kann.

Denise Deegan hat es geschafft mich mit ihrem Schreibstil so zu fesseln, dass ich das ganze Buch in ein paar Stunden ausgelesen habe, weil ich einfach nicht damit aufhören konnte Alex' Geschichte zu verfolgen, die mich gefangen genommen und zum Mitfühlen gebracht hat, wie kaum eine vor ihr.
Ich gebe zu, dass Alex mich zu Anfang ein ganz bisschen genervt hat, weil immer und immer und immer wieder erwähnt wurde, wie sehr sie ihre tote Mutter vermisst und das ist auch voll okay, aber es war die ersten Seiten gefühlt beinahe in jedem zweiten Satz vorhanden und irgendwann ging es mir dann auf den Keks, aber dadurch, dass die Handlung so schnell voranschritt, hatte ich kaum Zeit mich an diesem Fehler festzubeißen, sondern habe lieber weitergelesen und gewartet, bis es irgendwann besser wurde und das wurde es wirklich!
Alex ist sonst alles in allem ein sehr sympathischer Charakter, den man praktisch mögen muss, finde ich, weil sie so beschrieben wurde, dass man alle ihre Handlungen zu einem Großteil wirklich gut nachvollziehen konnte, wie ich es manchmal auch nicht kann. Ihre ganzen Gedanken und Handlungen sind einfach so toll beschrieben, dass ich wirklich oft den Tränen nahe war (ich untertreibe gerade, ich habe geheult wie ein Schlosshund!) und mein Ärmel irgendwann ganz nass war, weil ich gar nicht so viel trocknen konnte, wie Tränen nachkamen. Aber genau das fand ich ja so toll, selten schafft ein Buch es wirklich mich mit seinem Inhalt so zu berühren, dass ich vollkommen in der Geschichte drin bin und so mitfühle, dass ich am mitheulen bin. Aber ich habe nicht nur geweint, nein, ich habe auch mit Alex gelacht und gelitten und mich mit ihr gefreut, als ihre Seele langsam aber sicher wieder hergestellt wurde und sie wieder etwas Spaß am Leben bekommt, was ja vor allem David zu verdanken war, der ein wirklich toller Charakter ist, weil er wohl auch so ziemlich der einzige ist, der Alex verstehen kann, da er ja selber seine Mutter verloren hat und damit Alex Schmerz zu einem Großteil verstehen kann. Nur zum Teil, da Alex ja nicht nur unter dem Tod ihrer Mutter gelitten hat, sondern auch Probleme mit ihrem Vater ("der Rockstar", Keilabsätze, Sonnenbrille, gefärbte Haare)hatte und mit der Stylisten ihres Vaters, so wie eigentlich auch mit den restlichen Angestellten, außer Mike dem Chauffeur.
Aber nicht nur die Hauptpersonen sind toll, auch die Nebencharaktere sind toll ausgearbeitet, auch wenn ich eine bestimmte nicht mocte, nämlich Alex' zweite beste Freundin Sarah, die nicht einmal davor zurückschreckte mit dem Freund ihrer besten Freundin zu flirten. Sie kam mir einfach wie jemand vor, der sehr schnell beleidigt ist wegen wirklichen Kleinigkeiten und sich nur für den neusten Klatsch und Tratsch und Geld und Partys und so weiter interessiert. Zumindest schien sie sich für alle diese Dinge mehr zu interessieren als für das Wohlergene ihrer besten Freundin/ ihren besten Freundinnen.
Umso lieber mochte ich aber Alex' andere beste Freundin Rachel, die sehr viel feinfühliger als Sarah war und wirklich auch versuchte Alex zu verstehen, auch wenn sie das ein oder andere Mal eingeschnappt war, aber so ist das halt in Freundschaften, ab und an streitet man sich mal.

Die Geschichte war wie gesagt nicht unbedingt etwas Neues, aber ich kann auch nicht sagen, dass es ein billiger Abklatsch von irgendetwas ist, denn das ist es auf keinen Fall! Es ist eine Geschichte die einen sehr mitfühlen lässt und die auch wirklich überraschend ist mit einigen Wendungen, die mich innerlich zum Aufstöhnen gebracht haben und auch beinahe zum Verzweifeln. Das Ende ist nicht direkt offen, aber auch nicht ganz abgeschlossen irgendwie, es kommt einem fast vor, als würden nur ein paar Zeilen fehlen, aber das ist sicher Ansichtssache und eigentlich sind die Antworten schon auf der Seite vorher, weswegen das nicht großartig stört.

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